Windrädchen

Anne Buschoff im Katalog swb Galerie 2002

Mit ihrem Willmersdorfer Mühlenweg schuf Baisch bereits 1994 eine Kunstlandschaft, die ebenfalls Analogien zur Natur aufweist, aber begehbar ist und zudem mit der Erzeugung von Klängen einen zentralen Aspekt im Gesamtwerk von Anne Baisch aufgreift. Baisch hat in die Grasnarben eines Wiesenweges zarte Windräder aus Bambus und weißer Folie gereiht, die in ihrer Biegsamkeit dem Wind nachgeben. Aus der Ferne betrachtet fügen sie sich als weich fließender Kontur in die sanfte Hügellandschaft ein.

Die Installation lebt von dem Gestaltungsprinzip der visuellen und auditiven Veränderung: Der Wind läßt die Form zum kinetischen Ablauf werden, der Energien freisetzt und Klang erzeugt. Die Windräder werden zu poetisch gestimmten Raumzeichen und Klangkörpern, die Auge und Ohr für die Landschaft öffnen, die Natur und Leben feiern.

Für das Gelände der swb AG hat Baisch ihre Windräder in Reih und Glied gezwungen. In ihrer parallelen Anordnung und ihren zur Mitte ansteigenden Höhen umschreiben sie das Volumen eines Hauses. Das Kleine Energiehaus ist kein Windpark, der Energie zur wirtschaftlichen Nutzung erzeugt (und ) aber in seiner äußeren Form sowohl auf den Energiekonzern swb als auch auf seine Kundschaft anspielt. Auch hier vereint Anne Baisch geometrische Strenge und zwanglose Experimentierfreude mit dem ihr eigenen bestechenden Augenzwinkern.